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«Die Unternehmer sind Macher»

Im Bauwesen zu Hause

«Die Unternehmer sind Macher»

Unternehmer Andrea Fanzun hat auch Rezepte für den Tourismus parat. Bild: Urs Bucher

Interview:Thomas Griesser KymSie haben im Team Ihres eigenen Unternehmens zwei «Projektleiter Motivation», Ombra und Tobi Fanzun, einen Hund und eine Katze. Was leisten die beiden?Andrea Fanzun: Sie gehören meinem Bruder, der bis vor einem Jahr die oberste Etage unseres Bürohauses bewohnt hat. Ombra ist im Büro allgegenwärtig, und so war es auch mit Tobis Vorgänger Pipo. Die beiden sind gut fürs Arbeitsklima. Es gibt auch ein paar andere Mitarbeitende, die regelmässig ihren Hund mitbringen. Ombra und Tobi haben eigene E-Mail-Adressen. Wer schreibt ihnen was? Sie erhalten ab und zu E-Mails, meistens von Kunden. Häufig übermitteln sie Komplimente für unsere Arbeit.Sie haben als bisheriges Mitglied der Jury des Unternehmerpreises Prix SVC Ostschweiz nun das Präsidium übernommen. Warum?Die Jurytätigkeit ist eine interessante Aufgabe, die Einblick bietet in Topunternehmen. Ich nehme aus jedem Besuch etwas mit für mein eigenes Unternehmen. Und weil ich Unternehmer bin, gehe ich gerne voran.Welche Akzente möchten Sie als Präsident setzen?Eine Stärke der Jury ist, dass ihre Mitglieder gut vernetzt sind und die Firmen in ihrer jeweiligen Region kennen. Die Jury muss sich aber auch kontinuierlich erneuern. Dabei möchte ich sicherstellen, dass sie bezüglich Kompetenzen, Vernetzung, regionaler Vertretung und Geschlecht nachhaltig positiv zusammengesetzt bleibt.Vor zwei Jahren beurteilte Ihr Vorgänger Thomas Zellweger das Niveau der nominierten Firmen als höher als je zuvor. Wie sieht’s jetzt aus?Das Niveau ist erneut hervorragend. Dies, weil in unserer Region so viele Topfirmen angesiedelt sind, die in ihrer Branche nicht selten Weltmarktführer sind, im Minimum aber bedeutende Marktplayer, und überragende Leistungen erbringen.Dennoch ist die Hälfte der nominierten Firmen im St. Galler Rheintal ansässig. Das tönt geografisch ziemlich einseitig.Das Rheintal hat eine hohe Dichte extrem wettbewerbsfähiger Unternehmen, hoch technologisch oder hoch industrialisiert, auf Augenhöhe mit den Weltbesten. Damit wird die Region auch für Arbeitnehmende interessant, weil viele Topfirmen auf kleinem Raum sitzen, die um gute Kräfte buhlen.Wie schaut es in den anderen Ostschweizer Regionen aus?Auch in diesen hat es einen hohen Anteil wettbewerbsfähiger Unternehmen, die mit Produkten oder Dienstleistungen erfolgreich sind. Doch es gibt weniger Firmen, die sich auf dem Weltmarkt bewegen. International aktiven und erfolgreichen Firmen in kompetitiven Branchen aber fällt es leichter, nach aussen top zu wirken.Was zeichnet kleinere und mittlere Topfirmen aus?Die Unternehmer sind Macher, ehrgeizig und begeistert, die es schaffen, auch kleinen Firmen eine gewisse Professionalität einzuimpfen. Sie stellen Produkte her, die dem entsprechen, was die Kunden wollen. Sie haben gut ausgebildete, fähige, motivierte und auch langjährige Mitarbeitende, die in der Regel der Schlüssel zum Erfolg sind. Wichtig sind auch laufende Investitionen in Modernisierung, Innovationen und Prozesse, um effizienter zu werden. Die bisherigen acht Prix SVC wurden ausnahmslos von St. Galler, Thurgauer und Ausserrhoder Firmen gewonnen.Was läuft falsch in der südlichen Ostschweiz?Vielleicht nichts, aber der nördliche Teil setzt die Messlatte sehr hoch. Klar ist, dass gerade Graubünden stark vom Tourismus geprägt ist. Klassische Tourismusbetriebe sind häufig relativ ertragsschwach. Aber dieses Jahr haben wir sogar zwei Bündner Firmen unter den Finalisten, notabene nicht als Trostpflaster für den Präsidenten.Der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor für Graubünden – wie sehen Sie die aktuelle Situation?Graubünden ist in den Gästesegmenten aus der Schweiz und dem näheren Ausland stark positioniert. Bisher wurde die fehlende Ausrichtung auf neue, ferne Märkte eher als Schwäche ausgelegt. In der jetzigen Krise zeigt sich jedoch die Stärke der engen Kundenbindung mit vielen wiederkehrenden Gästen. Derzeit profitiert die Branche deshalb von erfreulichen Frequenzen in fast allen Regionen.Und wie beurteilen Sie die Zukunft?Die Touristiker haben es aktuell in der Hand, die neuen Sommergäste davon zu überzeugen, dass Ferien in den Alpen eine echte Alternative zu Ferien in fernen Ländern sind. Mit einem freundlichen Lächeln und überzeugender Servicequalität kann unsere Region bei vielen in bester Erinnerung bleiben, so dass sie wieder kommen. Damit hätten wir aus der Krise für die Zukunft etwas Positives gewonnen.  

Andrea Fanzun ist neuer Jurypräsident des Prix SVC Ostschweiz. Er weiss, womit erfolgreiche Firmen trumpfen.

Im Bauwesen zu Hause

Andrea Fanzun ist neuer Präsident der Jury des Prix SVC Ostschweiz. Der 55-Jährige ist Partner und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Fanzun AG Architekten, Ingenieure, Berater. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Chur und weiteren Standorten in Samedan, Scuol, St. Gallen, Zürich und Bern hat rund 80 Mitarbeitende und als Generalplaner mehr als 50 Jahre Erfahrung im Bauwesen. Als Jurypräsident folgt Andrea Fanzun auf Thomas Zellweger, Professor an der Universität St. Gallen. (T. G.)

Die Expertenjury des Prix SVC Ostschweiz

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Andrea Fanzun Jurypräsident, Partner und CEO Fanzun AG
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Gian Bazzi Generalagent, Inhaber die Mobiliar Generalagentur St. Gallen
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Christine Bolt Direktorin Olma Messen St. Gallen
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Reto Freitag Sales Director East Enterprise Sales & Services Swisscom AG
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Prof. Dr. Isabella Hatak KMU-HSG, Ordentliche Professorin, Lehrstuhlvertretung für KMU-Management
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Ruth Metzler-Arnold VRP: Switzerland Global Enterprise, VR: u. a. AXA Winterthur, Bühler AG, Universitätsrätin HSG, Stiftungsrätin Avenir Suisse
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Peter Schütz Inhaber Letrona AG
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Christian Sieber CEO und Mitinhaber Sieber Transport AG
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Esther von Ziegler VR und Mitinhaberin Azinova Group AG
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Christoph Zeller Leiter KMU Region Ostschweiz Credit Suisse AG
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Iwan Zimmermann Associate Partner, Audit Services, Leiter Region Ostschweiz/Liechtenstein Ernst & Young AG
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Reto Zürcher CEO und Mitinhaber HB-Therm AG