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Erfolgsfaktor Golfball

  

Erfolgsfaktor Golfball

Tipp vom Golfballprofi: Immer mit dem gleichen Balltyp spielen. Bild: Mareycke Frehner

Es ist schwierig, den Durchblick beim Thema Golfball zu behalten. Christoph Schumacher hat ihn. Schon seines Berufes wegen. Er betreibt unter anderem den Golfshop im Golfclub Gams-Werdenberg und den Onlineshop www.golfball24.ch.    

Ihre Philosophie besagt, dass jeder Golfer stets den gleichen Balltyp spielen sollte – warum?

Christoph Schumacher: Jeder Golfball verhält sich bei einem Schlag anders. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Fluglänge, die Höhe und das Verhalten des Balles nach der Landung. Spielt man immer den gleichen Golfball, bleibt das zu erwartende Ergebnis konstant. Wechselt man den Balltyp häufig, nimmt man in Kauf, dass sich der Ball unplanmässig verhält. So fliegt er plötzlich über das Green hinaus, die Fluglänge ist auf einmal zu kurz, um ein Hindernis zu überwinden oder der Ball fliegt zu weit ins Aus. Spielt man stets den gleichen Balltyp, lernt man die Eigenschaften und das Verhalten des Golfballs kennen. Man kann sich auf die Konstante des Balls verlassen und Zufälligkeiten ausschliessen. Und das beeinflusst letztlich das Ergebnis des Spiels.

Sind teure Golfbälle besser als günstige?

Je höher der Preis, desto mehr Technologie und Qualität stecken im Golfball. Grundsätzlich bieten die bekannten Marken ein breites Sortiment an. Also vom günstigen zweiteiligen Ball, der eher für Anfängerinnen und Anfänger mit einer moderaten Schwunggeschwindigkeit ausgelegt ist, bis zu den teuren drei-, vier- und fünfteiligen Modellen, die für Fortgeschrittene mit mittlerer oder hoher Schwunggeschwindigkeit konzipiert sind. Je mehr Kraft und Tempo auf den Golfball einwirken, desto höher ist die Schwunggeschwindigkeit und je höher die Schwunggeschwindigkeit, desto komplexer sollte die Beschaffenheit des Golfballs sein. Schneidet man einen teuren Golfball auf, werden verschiedene Schichten sichtbar, das ist hochwissenschaftlich.
     

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Christoph Schumacher Bild: PD

Wozu dienen die 300 bis 500 Dellen, die sogenannten Dimples auf dem Ball?

Jeder Ballhersteller entwickelt eigene Dimple-Muster. Die Ausgestaltung der Dimples beeinflusst die Aerodynamik und die Flugbahn des Golfballs. Die Dimples sorgen beim Ballflug für Luftverwirbelungen, die den Luftwiderstand reduzieren. Ohne diese Dellen würde ein gleich grosser Ball nicht halb so weit fliegen.

Was hat es mit den Farben auf sich?

Farbige Golfbälle sind eine modische Erscheinung, die noch weiter aufkommen wird. Vor ein paar Jahren waren es noch wenige Farben, heute gibt es auch feine Farbunterschiede wie Lachs oder Rosé. Männer wählen tendenziell die Farbe Gelb, bei Frauen ist Pink beliebt. Der Grossteil spielt jedoch klassisch mit weissen Golfbällen.

Welchen Golfball empfehlen Sie für Kinder?

Für Kinder sind weiche Bälle ideal. Oft ist am Anfang die Freude wichtiger als die Leistung; auch gehen noch viele Bälle verloren. Da macht es Sinn, Occasionsbälle zu verwenden, um die Kosten im Auge zu behalten.

Wie findet man den optimalen Golfball?

Der professionelle Weg führt über ein Golfballfitting in einer Indooranlage. Wichtig ist jedoch, dass man sich wohlfühlt, in erster Linie beim kurzen Spiel rund um’s Green und beim Putten. Ausschlaggebend ist, welche Ziele im Vordergrund stehen. Geht es um Performance, sollte man sich ernsthaft mit der idealen Ballwahl befassen.

Welches ist «Ihr» Golfball?

Ich spiele im Moment den TP5 der Marke Taylormade. Der passt zu meiner aktuellen Schwunggeschwindigkeit. Ich fühle mich damit wohl und habe Vertrauen im kurzen Spiel. Suzana Cubranovic