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Das Dorfhus in Rehetobel

Heute um 17 Uhr öffnet das vielseitige Restaurant/Hotel Gupf mit Magnothek die Türen für seine Gäste.
Das Dorfhus Gupf fügt sich ideal in die Umgebung von Rehetobel ein. Bild: PD

Das Dorfhus Gupf fügt sich ideal in die Umgebung von Rehetobel ein. Bild: PD

Am 5. September 2018 wurde von der kooperativen Gemeindeverwaltung Rehetobel die Baubewilligung erteilt. Anfang Oktober 2018 wurde dann umgehend mit dem Abbruch des ehemaligen Web-Fabrikgebäudes an der Kirchstrasse 2 begonnen, unmittelbar im Anschluss starteten die aufwendigen Aushubarbeiten. Um Platz zu schaffen für die unteren Geschosse wurden ca. 7000 Kubikmeter Aushubmaterial und Fels abgeführt.

Fabio Frei

Eine umfangreiche Baugrubensicherung war unumgänglich. Es mussten nicht nur über die gesamte Länge der Kirch- und St. Gallerstrasse mehrere, erdverankerte Rühlwandsicherungen aus jeweils gut zehn Meter langen Stahlträgern und Beton erstellt werden. Es war sogar erforderlich, eine Hauptkanalisationsleitung der Gemeinde zu versetzen. Für den Betrieb der Heizungs- und Lüftungsanlagen wurden insgesamt acht Erdsondenbohrungen mit Bohrlängen zwischen 200 und 300 Metern eingebracht. Aus Platzgründen mussten diese unter dem Objekt noch vor dem Betonieren des Tiefgaragenbodens gebohrt werden.

Gut ins Ortsbild integriert: Die Fassadengestaltung erfolgte in enger Abstimmung mit der lokalen Denkmalpflege. Bild: PD
Gut ins Ortsbild integriert: Die Fassadengestaltung erfolgte in enger Abstimmung mit der lokalen Denkmalpflege. Bild: PD

Das Gebäude mit einer Gesamtkubatur von über 9000 Kubikmeter wurde in Massivbauweise mit Stahlbetondecken und -wänden sowie schallgedämmten Backsteinen aufgemauert. Im gesamten Gebäude wurden ca. 1800 Kubikmeter Beton und etwa 150 Tonnen Eisen verbaut.

Die beiden Dachgiebel sowie sämtliche auskragenden Erker wurden gänzlich in Holzbauweise erstellt. Die Erker und Dachgauben wurden mit pulverbeschichtetem Aluminiumblech verkleidet. Das architektonische Highlight des Gebäudes ist der «grosse Erker», auf dem die grösste Dachgaube thront. Hier ist auch die grösste Suite untergebracht.

Die Fassadengestaltung erfolgte in enger Abstimmung mit der lokalen Denkmalpflege. Die Herausforderung war, dass sich das Haus gut ins Ortsbild integriert, der Charakter eines traditionellen Appenzeller Hauses erhalten bleibt und der traditionelle Baustil mit modernen Elementen eine harmonische Verbindung eingeht. Der Eyecatcher sind die abschliessenden, vor Ort künstlerisch gestalteten Fassadenmalereien. Sie geben dem Haus ein unverwechselbares Gesicht: Fröhlichkeit, Geselligkeit, sprudelndes Leben, einen Touch feminine Sinnlichkeit, Kraft und Energie – das Ganze wird symbolisch mit der Wildrose/Hagebutte ausgedrückt. Auch das Hausschild, welches die Handwerkskunst der Gegend und auch die Idee des Hauses sehr gut widerspiegelt, sei in diesem Zusammenhang erwähnt. Die verschiedenen Terrassen sind mit hochwertigen Pflästerungsbelägen versehen und führen so die Qualität des ganzen Gebäudes auch im Aussenbereich angemessen fort.
  

Amstein + Walthert AG

Modernste Gebäudetechnik

Das Herzstück des Gebäudes sitzt tief im zweiten Untergeschoss, im über 100 Quadratmeter grossen Technikraum. Hier kommt modernste Technik zum Einsatz, um den hohen Anforderungen an Lüftung-Heizung-Klima zu genügen und der damit verbundenen Behaglichkeit Rechnung zu tragen.

Ideal temperiert: die edle Wein-Magnothek mit zwei Klimazonen. Bilder: PD
Ideal temperiert: die edle Wein-Magnothek mit zwei Klimazonen. Bilder: PD

Die gesamte Lüftungsanlage arbeitet wärmerückgewinnend. Die Hotelzimmer werden mit einem in die Fassade integrierten Abluftsystem ständig mit frischer Luft versorgt. Die daraus entstehende Wärmeenergie wird bei der Warmwasseraufbereitung wiederverwendet. Die entstehende Abwärme aus den Kälteanlagen für die Kühlräume wird über die Erdsonden wieder der Erde zurückgegeben.

Der Restaurantbetrieb verfügt über zwei Gastronomieküchen mit modernster Ausstattung. Die grössere der beiden Küchen befindet sich im ersten Untergeschoss und fungiert als Hauptküche mit integrierter Abwäscherei und den direkt angrenzenden Kühlräumen. Die zweite, für den Gast sichtbare Küche, befindet sich im Restaurant. Das Highlight im Restaurant sind der offene Holzgrill, aber auch der nicht weniger eindrückliche, elektrische Pinsa-Ofen mit einer rotierenden Steinplatte. Beide sind mit Schwarzmetall verkleidet und fügen sich optisch perfekt in die Showküche ein. Sie bieten den Gästen einen Einblick in die Grillkunst und bei der Zubereitung kulinarischer Köstlichkeiten, wie zum Beispiel der Dorfhus-Pinsa und dem selbst hergestellten Brot. Daneben sitzt der nicht weniger eindrückliche, in sich drehende Pinsa-Ofen für weitere Köstlichkeiten und frisches Brot.
  
Zeitlose Eleganz beim Innenausbau

So wie das Gebäude und die Küche eine Hochwertigkeit und Nachhaltigkeit vermitteln, so setzt auch der Innenausbau auf eine zeitlose Eleganz ohne viel «Schnickschnack», jedoch mit einzelnen handwerklichen Schmuckstücken.

Das Gebäude vermittelt eine Hochund Nachhaltigkeit und so zieht sich dieser Stil auch im Haus weiter. Der Innenausbau ist auf der einen Seite schlicht und elegant, und doch wurden verspielte, romantisch angehauchte Elemente eingeplant, welche sich auch in den Decken oder in den Wandbemalungen widerspiegeln. Es zeigen sich immer wieder die Zusammenhänge von aussen und innen, so beispielsweise durch eine rote Wand in jedem Hotelzimmerbad. Die Bestückung der sanitären Geräte ist klassisch, passend zum Dorfhus-Stil ausgewählt worden.
  

Eingesetzt wurden hauptsächlich einheimische Materialien wie Tanne und Nussbaum, die lokale Handwerkskunst wird in traditionellen Elementen neu interpretiert. Die Wand- und Deckentäfer aus Tannenholz sind raumlang und schaffen so in der Gaststube und in den Hotelzimmern eine Grosszügigkeit, die nicht übertrieben wirken soll.

Die Tannenböden zeigen im ganzen Haus wieder das gleiche Bild wie die Tannendecken, und dies sogar aus dem exakt gleichen Holz. Die Standard-Hotelzimmer verfügen über ein halb offenes Bad mit abgetrennter WC-Kabine, was auch die kleineren Zimmer deutlich grösser erscheinen lässt. Die Wandbeläge sind teilweise fugenlos und teilweise mit hochwertigen, grossformatigen Platten belegt. Ein weiteres Highlight sind die oberen beiden Gaubensuiten, welche gemütlich sind und mit den Cheminees zum Relaxen einladen.

Aus der eindrücklichen, schweizweit einzigartigen Wein-Magnothek mit zwei Klimazonen, temperiert für Rot- und Weisswein, kommt der Wein direkt auf den Tisch und damit dieser nie zu knapp wird, liegen im ebenfalls temperierten Weinlager auf noblen Holzregalen noch ein paar Flaschen mehr bereit.

In «Migg’s Ofenstübli» mit Bar darf geraucht werden. Ausgestattet ist es mit bequemen Sesseln wie eine gediegene Stube, mit einer edlen Nussbaum-Kassettendecke mit Lederfüllungen ausgebaut, und mit einem gemütlichen, alten Bleikerofen, welcher die wohlige Wärme abgibt. Die in Messing gehaltene Bar ist mit ihrem handbeschlagenen Kranzteil nochmals ein Schmuckstück.

Die Stickerstube, der Eventraum für 50 Personen im Untergeschoss, lässt den Geist des früheren Gebäudes wieder aufleben – die Web- und Stickkunst im Appenzeller Vorderland. Schon beim Eintreten ist durch die Farb- und Materialwahl spürbar, dass es sich um eine Feststube handelt. Sie ist so flexibel bestückt, dass auch Seminare durchgeführt werden können. Von Einheimischem Gewerbe und Fachleuten wurde eine Stick-Decke entwickelt und gestickt, welche die Möglichkeiten der Stickerei erahnen lässt.

Die beiden Sitzungszimmer in den Obergeschossen, das Fischerstübli und das Jägerstübli, sind für je zehn Personen bestuhlt. Sie sind mit einem langen Nussbaumtisch und dazugehörenden klassisch-eleganten Stühlen ausgestattet. Die neuinterpretierte Nussbaum-Kassettendecke mit Messingleisten wurde in den Füllungen mit Stickerei Elementen verziert und ist ein Schmuckelement. Sie dient gleichzeitig für eine gute Akustik. Auch hier wurden die technischen Geräte für ein optimales Arbeiten eingeplant.

Charakteristische Möblierung

Mit viel Sorgfalt wurden die einzelnen Möbel ausgesucht und jedem Raum ein eigener Charakter gegeben. Immer war die Hochwertigkeit die Ausgangslage und auch das Material und die Form mussten stimmen.

Vieles wurde von heimischem Gewerbe speziell angefertigt, denn in der Gegend findet man hervorragende Schreiner, Polsterer, Schmiede, Sticker und Maler etc. Die Stoffe wurden im eigenen Design bestickt und nicht nur für Vorhänge verwendet, sie präsentieren sich auch in den Stuhlrahmen oder Tischdecken.

Fabio Frei, Architekt
Sila Zinsli Salis, Bauherrenvertretung

Das Dorfhus in Rehetobel – Modernes und Tradition

Das Dorfhus in Rehetobel Image 1

Migg Eberle ist Eigentümer der Liegenschaft, Bauherr des Neubaus und auch der Betreiberinhaber des komplett neu erstellten Hotels mit Restaurant und Sitzungsräumen, einem aussergewöhnlichen Eventraum, mehreren Terrassen und einer Wein-Magnothek. Mit dem Kauf der Liegenschaft vor zwei Jahren, der alten Webfabrik, hat sich der immer sehr aktive und umtriebige 83-jährige Unternehmer viel Arbeit aufgebürdet. Gewohnt hartnäckig und akribisch verfolgte er sein Ziel, ein attraktives Hotel zu erstellen. Auch die Materialien sollten hochwertig sein: Es wurden neue Motive und Ornamente entwickelt, die an der Fassade verwendet wurden und im Innern des Hauses zur Verwendung kamen. Für einzelne «Schmuckstücke» im Haus wurden die besten Handwerker ihres Faches beauftragt und auch im Entwicklungsprozess mitintegriert.

Migg Eberle ist es gelungen eine neue Gastfreundschaft zu erschaffen, welche vielen Menschen Freude bereiten wird. «Gerne hätte ich eine grosse Eröffnungsfeier angeboten, doch dies ist in der momentanen, bekannten Situation nicht möglich. Das tut mir sehr Leid», sagt Migg Eberle. Dieses Wochenende wird aber dennoch allen Gästen ein Gläschen zum Anstossen und eine Gaumenfreude von der Dorfhus Pinsa offeriert. (pd)