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Genesis treibt die Expansion voran

Mit der Mittelklasselimousine G70 Shooting Brake bringt Hyundais Edel-Tochter bereits das fünfte Modell innert weniger Monate auf den Markt.

Genesis treibt die Expansion voran

Der europäische Einfluss ist dem Koreaner deutlich anzusehen: G70 Shooting Brake. Bild: PD

Als nicht deutsche Automarke im Hochpreissegment hat man es schwer in Europa. Die Toyota-Tochter Lexus oder die US-Marke Cadillac können ein Lied davon singen: Sie kommen seit vielen Jahren auf kaum nennenswerte Stückzahlen und sind keine Bedrohung für die Platzhirsche Audi, BMW und Mercedes-Benz. Noch schwieriger ist es, wenn eine neue Marke in diesem Bereich nach Europa kommt. Nissan hat es mit Infiniti versucht und ist kläglich gescheitert.Hyundai lässt sich nicht davon beirren. Seit einigen Monaten ist die Edel-Tochter Genesis bei uns auf dem Markt – und die Expansion geht weiter. Um in Europa bestehen zu können, setzen die Koreaner auf ein exklusives Angebot, das voll auf Dienstleistung basiert. Wer einen Genesis kauft, erhält ein «5 Jahre sorglos»-Paket. Das bedeutet nicht nur fünf Jahre Garantie und Gratisservice samt Flüssigkeiten und Ersatzwagen, das Auto wird sogar beim Kunden abgeholt und wieder gebracht. Oder der Austausch findet in einem der Partnerhotels statt – dort dürfen die Genesis-Kunden übrigens auch gratis parkieren, anstatt sich in der Stadt einen Parkplatz zu suchen. «Luxus ist, seine Zeit so zu gestalten, wie man will», sagt Piergiorgio Cecco, Chef von Genesis Schweiz. 

Bald kommen die Stromer

Mit dem G70 Shooting Brake wird bereits das fünfte Modell innert kürzester Zeit lanciert. Und damit ist längst nicht Schluss: Im Februar 2022 kommt mit dem Electrified G80 der erste Stromer der Marke, nach und nach werden dann alle anderen Modelle ebenfalls mit Elektroantrieb ausgestattet. Ausserdem folgt mit dem GV60 bald der erste Genesis auf Hyundais neuer Elektro-Plattform, auf der bereits der Ioniq 5 und der Kia EV6 basieren. Ab 2025 wird die Hyundai-Tochter nur noch Elektromodelle verkaufen, ab 2035 will das Unternehmen CO2-neutral agieren. Und auch für Kunden eines Elektro-Genesis gibt es eine spezielle Dienstleistung: Sie dürfen zweimal im Jahr gratis auf ein Modell mit Verbrennungsmotor zugreifen, etwa um damit eine lange Strecke in die Ferien zu fahren.

Obwohl Genesis in Asien und den USA bereits seit fünf Jahren erfolgreich präsent ist, braucht es hierzulande deutlich mehr Effort, um sich erfolgreich zu etablieren. Helfen soll dabei das neueste Modell: «Der G70 Shooting Brake wurde speziell für Europa entworfen und liefert mit seinem eindrucksvollen Design eine frische Interpretation einer Fahrzeuggattung, die tief in der europäischen Automobilhistorie verwurzelt ist», sagt Luc Donckerwolke. Der Belgier leitete bereits die Designabteilungen bei Lamborghini, Seat und Bentley und ist nun Chefdesigner und Markenchef von Genesis. Er spricht damit das Shooting-Brake-Heck an, eine sportliche Variante des Kombis, die ihren Ursprung in den 60er-Jahren in England hat und nun für die Mittelklasselimousine G70 neu interpretiert wurde. «Mit seinem Mix aus Coupé-Styling, straffen Linien und hoher Funktionalität zeigt er den Charakter unserer Philosophie Athletic Elegance.»

Der Innenraum ist mit edlen Materialien ausstaffiert und wunderschön verarbeitet – diesbezüglich brauchen sich die Koreaner wirklich nicht zu verstecken. Im Gegenteil: Gerade Audi, einst die Benchmark bezüglich Interieur-Qualität unter den deutschen Hochpreisherstellern, kann sich diesbezüglich bei den Koreanern eine grosse Scheibe abschneiden. Auch die Ausstattung kann sich sehen lassen: An Sicherheitssystemen und Luxus-Features mangelt es dem G70 Shooting Brake sicher nicht. Der Schrägheck-Kombi bietet im Vergleich zur G70-Limousine naturgemäss einen grösseren Kofferraum: Während in der Stufenheck-Variante nur 330 Liter Platz finden, ist der Shooting Brake mit 465 bis 1535 Litern bei umgeklappten Rücksitzen deutlich praktischer.

Druckvolle Beschleunigung

Beim Motorenangebot liegt Genesis hingegen hinter den Deutschen zurück – doch das Angebot der Koreaner reicht völlig aus. Den G70 Shooting Brake gibt es mit einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor mit 197 oder 245 PS sowie Heck- oder Allradantrieb, zudem ist ein 2,2-Liter-Diesel mit 200 PS erhältlich. Die deutsche Konkurrenz hat ein breiteres Angebot. Auf einen Sechszylinder, wie er in diesem Segment gern gekauft wird, müssen Genesis-Kunden hierzulande verzichten.

Zur Testfahrt stand der stärkere Benziner mit Allradantrieb zur Verfügung – diese Kombination wird in der Schweiz vermutlich am meisten gekauft werden. Der Vierzylinder ist drehfreudig, beschleunigt druckvoll und spricht gut auf Gasbefehle an. Der Shooting Brake ist komfortbetont abgestimmt, liegt aber satt auf der Strasse und lenkt präzis und willig durch Kurven. «Fahrspass und Fahrdynamik sind Markenzeichen von Genesis », sagt Chefentwickler Tyrone Johnson. «Sie machen die Anziehungskraft des neuen G70 Shooting Brake aus.»

Die Preise für den Genesis G70 Shooting Brake starten bereits bei 47 600 Franken, allerdings für die schwächere Benzinvariante mit Heckantrieb, die in der Schweiz kaum gekauft werden wird. Der für die Schweiz spannende Benziner mit 245 PS und Allrad kostet ab 58 310 Franken, der Allrad-Diesel wird ab 55 910 Franken angeboten. Dave Schneider

Genesis G70 Shooting Brake

Modell: Mittelklasse-Kombi mit Schrägheck
Masse: Länge 4685 mm, Breite 1850 mm, Höhe 1400 mm, Radstand 2835 mm
Kofferraum: 465 bis 1535 Liter
Motoren: Vorerst 2 Benziner mit 197 PS und 245 PS sowie 1 Diesel mit 200 PS
Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 6,4 bis 9,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 218 bis 235 km/h
Verbrauch (WLTP): 6,8 bis 9,6 Liter auf 100 Kilometer
CO2-Ausstoss (WLTP): 177 bis 217 Gramm pro Kilometer
Markteinführung: ab sofort
Preis: Ab 47 600 Franken
Infos: www.genesis.com/ch