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Trennungsgespräche: Eine nicht delegierbare Führungsaufgabe

Trennungsgespräche: Eine nicht delegierbare Führungsaufgabe

Ein gut vorbereitetes Gespräch hilft allen Beteiligten, die Zeit bis zu und nach einer Kündigung sicher aufzubereiten. Bild: zvg

Trennungsgespräche gehören zu den schwierigsten Aufgaben von Führungskräften. Sie sind nicht delegierbar, weil die Verantwortung für die Teamführung und die damit verbundenen Entscheidungen unmittelbar bei der Führungsperson liegt. Besonders in kleinen und mittelgrossen Unternehmen wirken sich Kündigungen aufgrund enger Zusammenarbeit und persönlicher Beziehungen stark auf das Teamklima aus. Eine sorgfältige Vorbereitung, rechtliche Sicherheit und eine respektvolle Kommunikation sind daher zentral.

Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, muss geprüft werden, ob sie notwendig und verhältnismässig ist. Eine Kündigung sollte niemals die erste Massnahme sein, sondern das Ergebnis einer fundierten Beurteilung. Dazu gehört, Ursachen wie Leistungsprobleme, fehlende Teamkompatibilität, nicht genutzte Entwicklungsmöglichkeiten oder strukturelle Veränderungen realistisch einzuschätzen. Ebenso müssen rechtliche Grundlagen berücksichtigt werden, etwa Kündigungsfristen, Sperrfristen bei Krankheit, Unfall, Schwangerschaft oder Militärdienst sowie Diskriminierungsverbote. Jede Entscheidung sollte auf nachvollziehbarer und dokumentierter Basis erfolgen und die vertraglichen Regelungen sowie internen Richtlinien berücksichtigen.

Das HR kann Führungskräfte fachlich unterstützen, übernimmt aber nicht die Gesprächsführung. Die Kommunikation des Entscheids bleibt zwingend Aufgabe der Führungskraft. Dies stärkt die Glaubwürdigkeit, verhindert Missverständnisse und zeigt, dass Verantwortung wahrgenommen wird. Gleichzeitig kann das HR bei rechtlichen Fragen, der Gesprächsstruktur oder der Planung weiterer Schritte beratend zur Seite stehen.

Eine gute Vorbereitung umfasst unter anderem die Festlegung der Gesprächsziele, das Sammeln relevanter Fakten sowie eine klare und verständliche Botschaft. Das Gespräch sollte in einer ruhigen, geschützten Umgebung stattfinden. Wichtig ist eine wertschätzende Haltung, auch wenn die Entscheidung endgültig ist. Die betroffene Person muss die Gründe nachvollziehen können, ohne dass der Entscheid relativiert wird. Dazu gehört auch, Emotionen Raum zu geben, professionell zu reagieren und gleichzeitig die Gesprächsführung klar zu halten. 

Im Anschluss müssen organisatorische Aspekte geklärt werden: Restferien, Überstundenregelung, allfällige Freistellung, Arbeitszeugnis, Rückgabe von Arbeitsmitteln und gegebenenfalls der Umgang mit laufenden Projekten. Eine transparente und strukturierte Planung trägt dazu bei, Unsicherheiten zu reduzieren und einen geordneten Übergang zu ermöglichen. 

Autorin: Claudia Steinmann Leiterin HR-Services bei OBT AG
Autorin: Claudia Steinmann Leiterin HR-Services bei OBT AG

Ebenso wichtig ist die Kommunikation gegenüber dem verbleibenden Team. Kündigungen beeinflussen die Stimmung oft stark; Unsicherheit und Spekulationen können die Leistung beeinträchtigen. Eine sachliche Information ohne vertrauliche Details ist daher entscheidend. Führungskräfte sollten erläutern, wie die Aufgaben künftig verteilt werden, und den Mitarbeitenden Orientierung geben. Dies trägt dazu bei, Vertrauen und Stabilität zu wahren.

Trennungsgespräche erfordern neben rechtlichem Wissen auch Sensibilität und klare Kommunikation. Sie sind Teil einer verantwortungsvollen, professionellen Führung und unterstützen letztlich auch die Weiterentwicklung des Unternehmens. Eine gut vorbereitete, respektvolle Vorgehensweise schafft Klarheit für alle Beteiligten und ermöglicht es Betroffenen, ihren weiteren beruflichen Weg geordnet zu gestalten.