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Herisau: Attraktiv wohnen mitten im Dorf

Im Zentrum entstand ein modernes Wohnhaus mit zehn 2,5-Zimmer-Wohnungen zu sehr moderaten Mietpreisen für Singles und Wochenaufenthalter mit etwas gehobeneren Ansprüchen an moderne Wohnformen.

Herisau: Attraktiv wohnen mitten im Dorf

Für Fassadenund Dachflächen wurden Eternitschindeln verwendet. Bild: zvg

Das schöne Appenzellerland zeichnet sich leider auch durch sein raues Klima aus. Um diesen Wetterbedingungen widerstehen zu können, formte sich über die Jahrhunderte unter anderem die typische Appenzeller Baukultur, beispielsweise die ausgereiften Fassadenkonstruktionen mit den schützenden Schindelschirmen an den Wetterseiten, meist in Fichte oder Lärche, in den letzten Jahrzehnten vermehrt auch in Eternit ausgeführt. Anspruchsvoll waren in diesem Projekt aber die Umstände im nahen Umfeld: Auf dem minimalen Grundstück mitten im dichten Zentrum von Herisau war ein längst verbrauchtes altes Mehrfamilienhaus zu ersetzen, inzwischen eng umschlungen von neueren Wohn- und Geschäftshäusern und zweiseitig umfahren von der Tiefgaragenausfahrt Gutenberg. 

Entstanden ist ein eigenständiges Wohnhaus mit zehn hell belichteten 2,5-Zimmer-Wohnungen, beispielsweise für Singles oder Wochenaufenthalter mit leicht erhöhten Ansprüchen an moderne Wohnformen, und dies zu sehr moderaten Mietpreisen. Je zwei identische Wohnungen pro Geschoss, mit zunehmender Gebäudehöhe mit etwas kleinerer Grundfläche, dafür mehr Licht und attraktiveren Ausblicken, raumhohen Fenstern in allen Räumen, minimalen Erschliessungsflächen, grosszügigen Bädern und integrierten Loggien, die in den strassenseitigen Gebäudeecken die Innen- und Aussenräume verbinden. Und dass eine CO2-neutrale Heizform mit Wärmepumpe und zwei Erdsonden – im Sommer auch umkehrbar mit Kühlfunktion – sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach langfristig eine energetische Nachhaltigkeit ermöglichen, versteht sich für einen Neubau in unserer Zeit mit anspruchsvollen Klimazielen von selbst. 

Wir suchten nach wieder gut vermietbaren Wohnformen und einer zeitgemässen Bauform, die diese schwierigen Umstände kompensieren kann. Die vorgegebene spärliche Belichtung bis zum Erdgeschossniveau führte uns zu einer vertikal sich leicht verjüngenden Gebäudeform, bei der die Fassaden- und Dachflächen mit gleichen Eternitschindeln funktional zusammengeführt wurden. Die exakt eingefügten Fensteröffnungen mit leicht vorspringenden Laibungen und umlaufenden Metallzargen unterstreichen die Aufgabe dieses unterhaltsarmen äusseren Wetterschutzes, der mit zunehmendem Alter durch Regen und Schnee eine langsam entstehende Patina erhalten wird. 

Wir freuen uns über das neue ortsgebundene Bauwerk und bedanken uns bei allen Beteiligten – den involvierten Behörden, der unterstützenden Bauherrschaft und den ausgezeichneten Fachplanern und Handwerkern. Beat Müller

bm architekten eth sia
Herisau